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Bejagung des Marderhundes – von Uwe Hahn


In Niedersachsen ist die Spezies Marderhund inzwischen weitgehend flächendeckend anzutreffen. Als so genannter Neozoen hat der Enok keine natürlichen Feinde.
Da der Marderhund überwiegend nachtaktiv ist kann er gelegentlich in mondhellen Nächten an Kirrungen erlegt werden. Marderhunde sind meistens zu zweit unterwegs und sehr scheu gegenüber künstlichem Licht.
Er hält sich gerne in großen Maisschlägen in Erlenbrüchen, Schilfpartien und Dickungen auf, so dass er bei Treib- und Bewegungsjagden erlegt werden kann.
Sehr effektiv ist der Marderhund mit Trockenobst in der großen Kasten- sowie der Betonrohrfalle zu fangen.
Die immer wichtiger werdende Bejagung erfolgt primär durch die Baujagd. Baubewohner lassen sich anhand von Losung identifizieren. Der Kot des Marderhundes ist von der Formgebung mit dem eines kleinen Hundes vergleichbar. Konsistenz und Farbe weisen jedoch Unterschiede auf.
Der Enok zeigt bei der Bejagung ein sehr spezielles Verhalten. Bei von mir bisher in etwa 30 erlegten Marderhunden durch Baujagd kam es in keinem Fall zu einem Angriff gegen den Hund. Andere Baubewohner teilen diese Taktik nicht. Der Dachs beispielsweise verteidigt seine Burg bis zuletzt und lässt den Bauhund dabei schwer zu Schaden kommen. Er ist ein Gewinner und dem Hund überlegen.
Der Fuchs wiederum sucht sein Heil in der Flucht und versucht möglichst jede Konfrontation mit dem Hund zu vermeiden
Der Marderhund ist dem Bauhund auf Grund seines relativ kleinen Gebisses unterlegen, somit kann der Hund kaum zu Schaden kommen.
Bei der Bejagung des Marderhundes sollte man besonders aufmerksam sein, denn schon so manch einem Tier gelang die Flucht durch die Fähigkeit des Todstellens.  In der Regel bewohnen meist zwei Marderhunde einen Bau, welchen sie auch relativ schnell verlassen, sofern der Hund genügend Schärfe und Härte vorweist. In der Regel springt die Fähe zuerst, der Rüde folgt dann relativ zeitnah.-Beim Fuchs hingegen springt meist der Rüde zuerst-  Fasst der Hund den Marderhund, stellt dieser sich tot und zeigt folglich keinerlei Gegenwehr mehr. Der Hund kann ihn nun leicht aus dem Bau ziehen. Bei mangelnder Erfahrung geht man möglicherweise davon aus, der Marderhund sei von dem Hund abgewürgt worden. Würde der Hund nun ablassen ergreift der Marderhund die Flucht. Der Marderhund sollte mit einem Nackengriff abgenommen und mit einer kleinkalibrigen Waffe erlegt werden. Ein Abfangen mit dem Messer ist in diesem Falle nicht angebracht, da das zähe Tier sehr lange sterben würde. Dies ist nicht mit dem Tierschutzgesetz zu vereinbaren.
Die These „Marderhunde springen grundsätzlich nicht und müssen gegraben werden“ kann man so nicht belegen. Bei bisher jeder Bejagung meinerseits kam es entweder zum Springen des Tieres oder der Hund zog es wie bereits beschrieben aus dem Bau. Es kam in keinem Fall zur Ausgrabung. Selbst eine Fähe mit zehn Welpen setzte sich nicht zur Wehr, sondern ergriff die Flucht- sprang also.
Ein beispielhaftes Erlebnis bereicherte mich 1995 in Finnland bei befreundeten Foxterrrierführern. In imposanten Naturbauten zogen die erfahrenen Foxel die Marderhunde kurzer Hand aus dem Bau. So kann die Baujagd viel Freude bereiten, ohne dass die Füße kalt werden.
Ein generelles Problem bei dieser Baujagd ist, dass die die Schallwellen des Hundelauts durch das üppige Fell des Enoks unter der Erde verschluckt werden. Ein bewährtes Hilfsmittel sind Bauhundsender. Empfehlenswert ist, sie mit Isolierband an der Rute zu befestigen. Störfaktor und Gefahr sind hier am geringsten.

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