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Anmerkungen und Gedanken zur Zucht

Amadus Ahfl: Anmerkungen und Gedanken zur Zucht Herr Ahlf (Jahrgang 1923) war ü...

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Ausbildungstag

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Prof. Dorit Feddersen-Petersen

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Ausbildungstag 2012

Termin: 28.07.2012 Einladung zum Ausbildungstag - für  weitere Information...

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Schulung zum Ausbilder und Prüfer

Termin 09.02.2013 Einladung zur Fortbildungsveranstaltung "Schulung zum Ausbild...

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Perspektiven und neue Wege der Hundezucht

Dr. Carsta Steeb

Referat von Prof. Ottmar Distl anläßlich der Fortbildungsveranstaltung des Vereins für Ungarische Vorstehhunde, Landesgruppe Niedersachsen, am 20.06.2010 auf dem Rittergut Ankensen bei Edemissen.

Der Leiter des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover strukturierte seinen Vortrag wie folgt:

  1. Genetische Grundbegriffe
  2. Augenerkrankungen – Epilepsie – Haarvarianten
  3. HD
  4. Genom Selektion – Diversität
  5. DNA – Bank

Zu Beginn seines Vortrages machte Prof. Distl einen Schnelldurchgang durch die Genetischen Grundbegriffe und die Vererbungslehre. Ohne diese Grundkenntnisse ist eine gezielte Zucht bzw. Verbesserung in der Zucht nicht möglich. Anhand einfacher Erbgangsmodelle (Monogener Erbgang) erläuterte der Referent die Ursachen für die unterschiedlichen phänotypischen Ausprägungen, z. B. hinsichtlich der Haarvarianten Kurzhaar, Drahthaar und Langhaar. Er erläuterte die Bedeutung des Zuchtwertes, der definiert ist als die mittlere Leistung der Nachkommen aus einer Anpaarung. Der Zuchtwert ist auf einen englischen Landwirt aus dem 18. Jahrhundert zurückzuführen, der damals schon Nutztier-Nachkommen aus unterschiedlichen Anpaarungen beurteilt und Zuchtwerte festgelgt hat. Trotz seiner Bedeutung bleibt aber zu bedenken, dass es sich bei dem Zuchtwert immer um einen geschätzten Wert handelt.

Weiter ging Prof. Distl auf einige vom Veranstalter thematisch gewünschte Erbkrankheiten und deren Erbgänge ein, soweit diese bekannt sind.

An der primären Epilepsie sind vermutlich viele Gene beteiligt. Es besteht eine genetische Grundlage bei einigen Rassen. Sie tritt bereits in frühen Alter von ein bis drei Minaten auf und ist keine Folge einer organischen Erkrankung.

Die HD betrifft alle Hunderassen, hat eindeutig nachgewiesene genetische Ursachen und bringt schwerwiegende Folgen für den einzelnen Hund mit sich. Die Strukturveränderung im Hüftgelenksbereich ist diagnostizierbar, bevor die Beschwerden auftreten. Sie ist pathognomisch dem Osteochondrosis-Komplex (OCD) zuzuordnen. Bei der ED (Ellenbogen-Dysplasie) ist die Ursache noch nnicht soklar. Das Problem der HD ist, dass nur ca. 10 % der HD-Fälle bekannt werden, während die reale Häufigkeit viel höher liegt, bei ca. 30 – 40 %! Der Referent kritisierte auch, dass bei den HD-Auswertungen die Anzahl der HD-Grenzfälle (B-Hüften) in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern viel zu hoch ist. Die Verwendung dieser Hunde in der Zucht bezeichnete er als ein züchterisches Lotteriespiel.

Bei der Genom – Selektion kann man sehr gut mit SNP´s (Single – Nucleotide – Polymorphins) arbeiten und die betreffenden Gene finden. Für die HD hat man 17 SNPs in 11 verschiedenen Chromosomen gefunden, die dafür verantwortlich sind.

Für die Anlage einer DNA – Bank ist Blut wesentlich besser und genauer als Speichel. Im Speichel ist die Gefahr der Verfälschung z. B. durch Muttermilch- DNA und / oder Bakterien – DNA relativ groß. Prof. Distl rät, zunächst eine DNA – Bank für jede Rasse aufzubauen, um dann für die einzelnen Rassen bestehende Zuchtfragen selbstkritisch zu präzisieren, jedoch nicht nur auf HD / ED, sondern weitere Merkmale zu erfassen. Die Vorhaben sollten durch die Zuchtvereine intiiert werden. Sie sind in seinem Institut kostenlos, sofern der jeweilige Zuchtverein bereit ist, ein begleitendes Projekt aufzulegen. Für einen Genomchip braucht man eben eine genügende Anzahl von Tieren.

Abschließend sollte jedem nach diesem Vortrag klar geworden sein, dass wir alle sehr viel verantwortungsbewußter handeln müssen, um in der Hundezucht weiter zu kommen. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten (Züchter, Hundeführer, Zuchtverbände, Tierärzte) zusammen auf das gleiche Ziel hinarbeiten: Die Züchtung gesunder, wesensfester, leistungsstarker Hunde. Mit Hilfe des heutigen Wissensstandes ist vieles besser möglich als früher.

Ein herzliches Dankeschön an die Gastgeberin Frau Mehmel-Edeler für diese kostenfreie und hochklassige Veranstaltung!