Gerfried Hoppmann
Die Bejagung von Schwarzwild in und an Maisflächen
Das obige Thema beschäftigt mich als langjähriger Jagdterrierführer seit etlichen Jahren. Allerdings erst seit etwa 1999 mit der derzeitigen Intensität. Die Hilferufe der Revierinhaber und die Häufigkeit der Einsätze sowie die Größe der einzelnen Maisschläge stieg gleichzeitig mit der Vermehrung des Schwarzwildes rapide an. In vielen Fällen stellte sich heraus, daß meine eigenen Hunde nicht genügend Druck verbreiten konnten, um die Sauen aus dem Mais zu treiben, auch wenn sie sehr beherzt und konsequent das Schwarzwild bedrängten und verfolgten.
Als Lösung bot sich dann an, die Hundeführer mit geeigneten Stöberhunden aus der Umgebung zu sammeln und eine Stöberhundgruppe zu gründen, woraus dann die nach unserer Region benannte Stöberhundgruppe „Mittelweser“ entstand.Unsere Gruppe umfaßt derzeit etwa 12 - 15 aktive Stöberhundführer mit etwa 20-25 Stöberhunden.Neben anderen Stöberhundrassen werden jedoch überwiegend Deutsche Jagdterrier eingesetzt.
Seit dieser Zeit begann je nach Wetterlage und Entwicklungsstadium des Mais die große Hektik. Diese Hektik entstand im allgemeinen dadurch, daß weder in der Stöberhundgruppe noch bei den Revierinhaber Erfahrungen in der Organisation solcher Jagden vorhanden war. Durch die folgenden
häufigen Einsätze kristallisierten sich dann bei mir und den sogenannten "Dauerkunden" die wesentlichen Erfolgsfaktoren für eine reibungslose und erfolgreiche Mais-Drückjagd heraus. Dabei gilt es nicht nur die Erfolgsfaktoren für das gute und reibungslose Gelingen einer solchen Jagd,
sondern auch die Erfolgsverhinderungsfaktoren und die Fehler zu erkennen und bei der Jagdstrategie und -planung zu berücksichtigen.
Welche Ziele verfolgt nun die Bejagung des Schwarzwildes in der Maisfläche ?
1. Das Schwarzwild schnellstmöglichst aus den Maisflächen zu vertreiben und zu vergrämen, dabei den Streß für das Wild möglichst gering zu halten
2. Gefahren für die Jagdteilnehmer, die Stöberhunde, die Hundeführer und unbeteiligte Personen (Landwirte, Spaziergänger, Verkehsteilnehmer) zu vermeiden
3. Und last but not least eine gute Strecke zu erzielen, dabei Fehlabschüsse zu minimieren und wildpretschonende Schüsse anzubringen.
Die obigen Punkte entsprechen m. E. dem Ideal, stellen jedoch in der täglichen Jagdpraxis eher den Ausnahmefall dar. Um jedoch dies alles zu erreichen, müssen die Verhältnisse vor Ort günstig sein, die Beteiligten die in der Folge genannten Punkte kennen und beachten und auch der Zufall muß uns helfen. Ferner muß trotz sorgfältiger Organisation und guter Stöberhunde auch das Schwarzwild mitspielen. Da der Zufall jedoch kein verläßlicher Partner ist und auch das Schwarzwild oft nicht vorhersehbar reagiert, möchte ich mich in der Folge auf die zu beachtenden Erfolgsfaktoren beschränken:
1. Die Kontrolle der Maisfelder möglichst früh am Vormittag durchführen, um Zeit für die Organisation zu gewinnen.
2. Wenn bei diesen Kontrollen der Eindruck entsteht, daß die Sauen höchstwahrscheinlich im Mais stecken, zuerst Kontakt mit den Hundeführern aufnehmen und dort erfragen, ob am Nachmittag oder Abend noch Zeit für eine Bejagung der Sauen vorhanden ist. Dabei ist jedoch ein zu später Jagdbeginn zu vermeiden, da für Wildbergung, evtl. Nachsuchen oder für die Suche nach Stöberhunden genügend Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit einzuplanen ist. Meines Erachtens sollte selbst Ende Juli/ Ende August nicht später als etwa 17.30 Uhr mit der Jagd begonnen werden. Wenn man dann noch berücksichtigt, daß die Hundeführer nicht immer im Nachbardorf wohnen und oft 45 – 60 Minuten Anfahrt haben und außerdem eine gewisse "Rüstzeit" benötigen, um sich frei zu machen, läßt sich bestimmt nachvollziehen, daß der Leiter der Stöberhundgruppe und die beteiligten Hundeführer dankbar für eine frühestmögliche Anfrage, also möglichst bis 12.oo Uhr, noch besser bis 11.oo Uhr sind.
Die erfolgreichsten Jagden sind natürlich die, bei denen die Sauen bestätigt sind bzw. beim Morgenansitz das Einwechseln der Sauen beobachtet wurde. Dann ist natürlich kurzfristiges Handeln angesagt, wenn man keinen Fehlschlag ohne Schwarzwild im Maisschlag riskieren will.
3. Für die Vorbereitung des Einsatzes der Hunde ist eine umfassende Information der Hundeführer bzw. deren Sprecher unumgänglich. Dabei geht es um die Lage und Größe des oder der zu bejagenden Maisfelder, besondere Gefahren durch angrenzende Straßen, angrenzende Felder oder Waldungen, Wasser in oder an den Feldern, ob die Sauen durch einen Elektrozaun eingezäunt sind oder bis kurz vorher waren und ob der Mais sauber oder verkrautet ist. Bei Feldern, die zu groß sind oder bei denen sich durch mehrere direkt angrenzende Maisschläge oder sonstige Einstände ohne Schußfeld die Jagdfläche sich als zu groß darstellt bzw. viel befahrene Straßen angrenzen, muß eine Bejagung mit Hunden als zu wenig aussichtsreich oder zu gefährlich ablehnt werden.
4. Das Abstellen der Schützen sollte natürlich unter Berücksichtigung des Windes, in größter Ruhe und Disziplin und unter Sicherheitsaspekten (Kugelfang) erfolgen. Denn wenn die Schützen so geschickt abgestellt sind,daß die Sauen das Vorhaben nicht mit bekommen, dann verlassen sie im Allgemeinen schneller den Maisschlag, als wenn alle 30 – 50 Meter jemand direkt an der Maiskante steht, Geräusche verursacht und rund um das Feld eine Duftsperre gelegt ist. Optimal sind sicherlich Abstände von 150 – 250 Meter vom Mais entfernt. Aus Gründen der Sicherheit ist dies jedoch nicht empfehlenswert. Sehr schnell kann es passieren, daß einem Schützen bei dem Anblick von Schwarzwild die Sicherung durchbrennt und ein Schuß in Richtung Mais fällt. Unbedingt sollten bekannte und oft mit Hochsitzen versehene Fernwechsel genutzt und besetzt werden.
Falls das Gelände und die vorhandene Qualität der Jagdteilnehmer es zuläßt, eine oder zwei Seiten des Treibens offen zu lassen und erst entfernt abzustellen, werden die Sauen im allgemeinen schneller den Maisschlag verlassen. Diejenigen Schützen, die etwas entfernt an einer Maisseite stehen, die für die Sauen offengelassen und mit gutem Wind offen bleibt, müssen natürlich handverlesen sein und noch einmal ganz besonders darauf hingewiesen werden, daß erst dann, wenn die flüchtigen Sauen die Schützenkette nach außen verlassen haben, der Schuß erlaubt ist. Niemand – auch nicht auf kurze Distanz- schießt in Richtung Mais, in dem sich Hundeführer, Hunde und auf der anderen Seite die Jagdkollegen befinden !!!
Ansonsten lieber größere Abstände zwischen den Schützen (100-120 Meter) wählen,
und alle stehen mit dem Rücken am Mais. Bei zu vielen vorhandenen Schützen sollte
man lieber 2 Schützen direkt nebeneinander (Schulter an Schulter) aufstellen, als das
ganze Maisfeld mit Menschenwitterung alle 30-40 Meter zu verstänkern.
5. Ein oft längeres Telefonat, häufig verbunden mit dem Zufaxen von Revierkarten, geht einem gut vorbereiteten Einsatz oft voraus und ist oft entscheidend für den Erfolg. Diese Bejagung im Mais hat verschiedene Parallelen zur Baujagd auf den Fuchs. Auch dort gilt, daß im Vorfeld das Abstellen mit größter Ruhe zu erfolgen hat, mit der Brechstange oft gar nichts geht und man nach einer gewissen Zeit erfolglosen Drucks auf das Wild am besten abrückt und einige wenige gute Schützen zurückläßt. Denn sowohl der Fuchs als auch das Schwarzwild verläßt oft wenn Ruhe eingekehrt ist und der Eindruck entsteht, daß die Luft rein ist, diesen ungemütlichen Ort und versucht sich davonzustehlen. Dies dient nicht zuletzt auch dem Tierschutz und einer besseren Wildpretqualität.
6. Erst nach der Terminabsprache mit den Hundeführern die Schützen einladen. Dabei hilft eine im Vorfeld erstellte Telefonliste, die regelmäßig aktualisiert oder ergänzt werden muß. Lieber wenige gute und erfahrene Schützen einladen als eine „Völkerwanderung“ verursachen. Möglichst entsprechend dem Prinzip "Klasse vor Masse"verfahren. Alle hundert bis hundertzwanzig Meter einer reicht da völlig aus. Gute Flintenschützen am besten an Engstellen mit wenig Schußfeld plazieren.
Außen an der Feldkante reichen auch 70 Meter zwischen zwei Flintenträgern. Also beim Einladen die Größe des Feldes bzw.den Umfang abschätzen und nur die wirklich benötigte Anzahl einladen. Schwächere Schützen möglichst zwischen 2 gute plazieren. Schneller und entspannter läuft die Organisation, wenn weitere Mitjäger von vornherein mit eingebunden werden und das Antelefonieren der Schützen bzw. sonstige Organisationsaufgaben auf mehrere Schultern verteilt wird. Eine klassische Drückjagd wird meistens monatelang vor dem Jagdtermin vorbereitet und selbst dann klappt nicht immer alles. Umsomehr muß dann bei dieser sehr kurzfristig anberaumten Mais-Drückjagd bei der Organisation wirklich jeder Handgriff sitzen und jeder Schritt im Vorfeld überlegt sein, damit eine unnötige Hektik vermieden werden kann. Und selbst dann gibt es noch genügend Hindernisse, die es zu überwinden gilt, wie z. B. zu wenig gute Schützen, weil sie nicht erreichbar sind oder keine Zeit haben, das Wetter ist zu heiß oder es regnet in Strömen.
Möglichst auch die Bereitschaft bzw. Erreichbarkeit eines Tierarztes sicher stellen (am besten
jagende Tierärzte gleich mit zur Jagd einladen). Dies gilt auch für evtl. benötigte Nachsuchenführer. Entsprechende Adressen sollten sich auf der Telefonliste befinden, die schon Wochen vorher erstellt wird und ständig zu aktualisieren ist.
7. Das Sammeln der Jagdteilnehmer sollte weit genug vom Treiben entfernt stattfinden, damit das Wild nicht unnötig gewarnt wird. Die Hundeführer warten dann so lange, bis die Schützen in größter Ruhe und Disziplin abgestellt sind. Eine entsprechende Abstimmung und Rücksprache mit den Hundeführern setze ich dabei voraus. Alle Jagdteilnehmer sollten unbedingt eine deutliche Warnkleidung tragen. Verblichene Hutbänder sind völlig unzureichend und sehr gefährlich. Die Vorstehschützen sollten in der Sicherheitsbelehrung darauf hingewiesen werden, nach der Jagd auflaufende Stöberhunde unbedingt einzufangen und mitzubringen. Dies spart Zeit. Sind Hunde bei der Verfolgung von Wild aus dem Feld ausgewechselt, sollte man sich die Fluchtrichtung und soweit möglich eine Beschreibung der Hunde einprägen. Hinter gesundem Wild sind die Hunde rasch zurück. Die Probleme treten bei der Verfolgung von krankem und beschossenem Wild auf. Dann sind diese Informationen für den Hundeführer von großem Nutzen. Die Hundeführer, die vom Stand aus ihren Hund schnallen (Standruhe vorausgesetzt), werden mit den Schützen im Vorfeld abgestellt. Erst wenn dieser Vorgang erledigt ist, geht die Hundetruppe los und beginnt das Treiben. Bewährt hat sich, anfangs nicht alle Hunde zu schnallen und zuerst nur die Kurzjager von den durchgehenden Führern einzusetzen. Meistend gelingt es dadurch sowohl das Rehwild herauszubringen als auch festzustellen ob die Sauen noch stecken, bestenfalls diese schon gleich beim ersten Trieb herauszudrücken. Erst wenn festgestellt wird, daß Schwarzwild anwesend ist und nach dem ersten Hin- und Zurücktreiben die Sauen immer noch stecken, werden die anderen Hunde geschnallt. Dies sind oft die besonders passioniert und selbständig jagenden Hunde, die den Druck noch einmal erheblich steigern. Im allgemeinen ist eine gewisse Menge an Kontakten zwischen Hund und Sau erforderlich, bis die Sauen springen. Dies erfolgt um so eher, wenn sie rundum die Jäger weder wittern, hören noch eräugen. Nach meiner Erfahrung wird das Sichtvermögen des Schwarzwildes dabei oft erheblich unterschätzt (s. Parallelen zur Baujagd).
8. Auch wenn wenig befahrene Straßen in der Nähe der Jagdfläche sind, sollten diese unbedingt abgesichert werden. Das Aufstellen von Schildern reicht nicht um die Hunde und die Verkehrsteilnehmer zu schützen. Zusätzlich dort Fahrzeuge mit Warnblinkleuchten, Jagdteilnehmer mit Warnwesten oder die örtliche Feuerwehr plazieren um den Verkehr zu verlangsamen (gegen kleine Getränkespenden wird dies oft übernommen).
9. Falls Sauen in Feldern eingewechselt sind, an denen sich kein offenes Wasser befindet, wie z. B. Gräben,Tümpel oder Restwasser in Fahrspuren sollten bei warmen Wetter vorher Wildwannen mit Wasser für die Hunde jeweils diagonal am Feldende aufgestellt werden. Eine Bejagung bei zu großer Hitze verbietet sich sowohl aus Tierschutzgründen als auch hinsichtlich Wildpretqualität und Wildverwertung. In solchen Fällen kann man u. U. auf das Wochenende mit einem sehr frühen Beginn (6 – 7 Uhr spätestens) ausweichen. Spätestens um 10.00 Uhr sollten die Hunde dann wieder angeleint sein und im Schatten liegen, bevor die Jagdteilnehmer und die Führer ihren Durst stillen.
10. Eine ganz besondere Aufgabe bieten Sauen, die in mit Elektrozaun geschützten Feldern eingedrungen sind und sich dort schon geraume Zeit aufhalten. Diese herauszubringen ist meistens sehr schwer, da sie ja nicht wissen, daß der Strom abgeschaltet ist. Vor allem,
wenn noch dazu kommt, daß so ein Feld oft noch mit Nachtschatten oder Hirse verkrautet ist und auch schon ohne den Strom-Einfluß die Sauen aus einem solchen Einstand nur
schwer herauszubringen sind.
Eine besonders wichtige Frage für die Revierinhaber ist die, welche Maisschläge stark gefährdet und durch das Schwarzwild besonders gern aufgesucht werden und die deshalb verstärkt kontrolliert werden sollten. Nach meiner Erfahrung stecken die Sauen gern in von Waldeinständen weit abgelegenen Feldern, an denen Ruhe herrscht, die von wasserführenden Gräben begrenzt werden oder in denen kleine Tümpel vorhanden sind. Wenn Wohnzimmer, Küche und Bad im Einstand vorhanden sind, fühlt sich jedes Schwein sauwohl. Auch verkrautete Schläge oder besonders große Schläge mit Wasser sind für das Schwarzwild besonders anziehend.
11. Wie lassen sich Sauen bei der Kontrolle bestätigen bzw. welche Hinweise deuten auf ihren Einstand hin? Falls auf den angrenzenden Flächen intensiv und regelmäßig gebrochen ist, deutet dies stark auf die Anwesenheit der Sauen hin. Parallel wird man dann auch Schäden am Mais feststellen können, oft jedoch erst wenn man mit gutem Wind ein Stückchen vorsichtig in das Maisfeld eingedrungen ist. Manchem Waidgesellen verschlug der Anblick des Schadens schon die Sprache und verdarb die gute Laune. Achtung: wenn man anschließend eine Drückjagd veranstalten will und die Sauen anzutreffen hofft, bitte wirklich auf den Wind achten und sich schnell zurückziehen. Denn sonst kann es sein, daß sich die Sauen schon verdrücken und den nächsten Schlag beehren. Das Abfährten fällt leichter, wenn nach der Getreidernte regelmäßig rund um das Feld gefräst wird. Auch wenn am Vorabend eine beschossenen Sau in das zur Drückjagd vorgesehene Feld eingewechselt ist und man mit dem Hund dort nachsucht, muß mit dem Auswechseln gerechnet werden und die ganze Organisation war vergebens. Besser hier noch etwas abwarten. Die Stöberhunde finden das Stück bestimmt.
12. Wann schließt sich eine Bejagung mit Stöberhunden von vornherein aus und wann sind die Erfolgsaussichten eher gering? Vielbefahrene Bundes- odder Landstraßen an denen sich der Verkehr trotz Einsatz von Polizei oder Feuerwehr nicht auf höchstens 30 km/h verlangsamen läßt, sollten unbedingt gemieden werden, sowohl um die Hunde nicht in Gefahr zu bringen als auch Schäden für Verkehrsteilnehmer zu vermeiden. Das Gleiche gilt für Bahnstrecken. Bei Schlaggrößen von über 15 ha gerät die Jagd immer mehr zu einem Glückspiel. Mit genügender Menge an gut jagenden Hunden haben wir auch schon aus 25 ha-Schlägen die Sauen herausgebracht, dann muß allerdings schon vieles passen. Falls kleinere Maisfelder stark verkrautet sind, stellt dies ebenfalls ein erhebliches Problem für die Hunde dar. Selbst bei einem nur 5 ha großen, jedoch stark verkrautetem Feld kann es sehr schwierig werden. Dabei spielt es auch eine große Rolle, welche Temperaturen herrschen und ob die Hunde immer Wasser aus umliegenden Gräben zur Verfügung haben, um sich damit wieder zu erfrischen.
13. Sollte das Schwarzwild sich in günstigen ruhigen Einständen sicher fühlen, kann man auch die Bejagung mit einigen Tagen Vorlauf aufs Wochenende verschieben. Besonders bei größeren Schlägen bietet sich dies an, da viele Hundeführer berufstätig sind und man dann eine größere Anzahl von Hunden zusammenbekommt. Einige Gemeinden erteilen auch Sondergenehmigung für den Sonntag, falls sonntags ein entsprechendes Jagdverbot gilt.
Zum Schluß noch eine Bitte der Hundeführer an die Revierinhaber: Nehmen Sie das Abfährten und Bestätigen bitte ernst. Laden Sie uns erst dann ein, wenn Sie überzeugt sind, daß Sauen stecken. Daß es dabei immer mal vorkommt, daß das Schwarzwild zwischenzeitlich den Einstand verlassen hat, ist uns bekannt und damit können wir gut leben. Nicht jeder Tag ist eben auch Fangtag. Es kann jedoch nicht richtig sein, nur auf einen bloßen Verdacht die Stöbergruppe und die anderen Schützen in Bewegung zu setzen. Außerdem verstehen wir uns nicht als die Sauen-Suchtruppe. Damit meine ich verschiedene Einsätze in den vergangenen Jahren, in denen zwar Sauen im Revier bestätigt wurden, nur waren sie nicht lokalisiert. Wenn sich dann mehrere Stunden lang am Sonntag Morgen die Hundeführer durch den oft sehr nassen Mais kämpfen und ein Feld nach dem anderen absuchen, läßt die Passion kontinuierlich nach und es wird immer schwieriger, die Mitglieder der Stöberhundgruppe für diese Einsätze zu motivieren. Wenn dann bei z. B. etwa 20 Einsätzen im Mais nur etwa 6-8x Mal die Sauen angetroffen wurden, ist doch offensichtlich im Vorfeld vieles schiefgelaufen. Es kommt auch manchmal vor, daß für die Revierinhalber unter demDruck der Landwirte nicht der Jagderfolg im Vordergrund steht, sondern die Beschwichtigung der Landwirte. Nach dem Motto : „Seht her, wir tun doch wirklich alles, um Schäden zu vermeiden“. Wenn also im Vordergrund nicht der Jagderfolg steht, sondern
der Eindruck für die Landwirte, daß der Revierinhaber etwas unternimmt, dann möge man bitte eine solche Aktion ohne die Hundeführer ablaufen lassen, und wir konzentrieren uns auf die wirklich wichtigen Einsätze mit Erfolgsaussichten.
Mögen diese Ausführungen dazu dienen, die Organisation dieser Jagden zu optimieren und gemeinsam die Sauen noch erfolgreicher zu bejagen und den Wildschaden für die Revierinhaber in Grenzen zu halten.
Gerfried Hoppmann, Südfelder Str. 48, 32425 Minden/W
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